Vielen Unternehmerinnen und Unternehmern ist nicht bewusst, wie stark sich die Anforderungen an Gebäude in den kommenden Jahren verändern können. Neben technischen und rechtlichen Vorgaben gewinnen auch Kriterien rund um Gebäudebewertung und Finanzierung an Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird häufig der Begriff „Stranded Assets“ verwendet. Er beschreibt Immobilien, deren Marktwert durch ausbleibende Modernisierungen oder veränderte Anforderungen beeinträchtigt werden kann.
Abbruch und Neubau sind dabei nicht die einzige Option. Die Sanierung und Revitalisierung bestehender Gebäude eröffnet die Möglichkeit, vorhandene Immobilien weiterzuentwickeln und auf zukünftige Anforderungen auszurichten. Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) kommt zu dem Ergebnis, dass sanierte Bestandsimmobilien bei einer Lebenszyklusbetrachtung in verschiedenen Bereichen Vorteile gegenüber Neubauten aufweisen können. So liegen die grauen Emissionen bei Neubauten im Mittel 2,4-mal höher als bei einer Gebäudesanierung.
Gebäudesanierung: Simulation stellt die Weichen
Die Verbesserung der Gebäudehülle, die Modernisierung der technischen Gebäudeausrüstung oder der Einsatz neuer Energietechnologien sind wichtige Bausteine einer Gebäudesanierung. Für eine langfristig tragfähige Lösung reicht dies jedoch allein nicht aus. Bei Vollack fließen deshalb die Kompetenzen aus Generalplanung und Bauausführung im Ansatz Design + Build zusammen.
Am Anfang einer Zusammenarbeit steht die Phase NULL®. Im engen Austausch mit den Kundinnen und Kunden werden die Anforderungen an Gebäude und Arbeitswelt analysiert und die Grundlagen für individuelle Lösungen entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Unternehmensentwicklung, Arbeitsprozesse und die zukünftige Nutzung des Gebäudes.
Bei Sanierungen und Revitalisierungen kommt eine Potenzialstudie hinzu, in der die technischen Rahmenbedingungen des Bestands untersucht werden. Da häufig nur ein unvollständiger Planstand oder wenige Informationen zur ursprünglichen Umsetzung vorliegen, ist eine sorgfältige Analyse des Gebäudes erforderlich. Dabei werden Zustand, Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Bauteile erfasst.
Ergänzend schafft eine Simulation die Grundlage, um unterschiedliche Entwicklungsszenarien für den Gebäudebestand zu bewerten. Auf dieser Basis lassen sich Maßnahmen fachlich, zeitlich und wirtschaftlich einordnen.
Gebäudebestand intelligent nutzen
Geeignete Grundstücke für Unternehmensansiedlungen sind vielerorts nur begrenzt verfügbar. Deshalb rückt die Weiterentwicklung bestehender Standorte zunehmend in den Fokus. In vielen Fällen kann die Sanierung oder Revitalisierung bestehender Gebäude eine interessante Alternative zum Neubau darstellen. Je nach Projekt ist eine Umsetzung sogar im laufenden Betrieb möglich.
Auch Unternehmen, die neue Flächen suchen, erwerben häufig Standorte mit vorhandenem Gebäudebestand. In solchen Fällen untersucht Vollack im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, wie sich die Anforderungen, Abläufe und Prozesse des Unternehmens auf dem Areal abbilden lassen. Dabei wird auch analysiert, welche Rolle die Sanierung, Revitalisierung oder Ergänzung bestehender Gebäude in der weiteren Entwicklung des Standorts spielen kann.
Leuchtturmprojekt „Mall of BR“
Ein Beispiel für eine gelungene Bestandsentwicklung und ein Leuchtturmprojekt für die Revitalisierung bestehender Gebäude ist die ehemalige Fahrzeughalle von Berlin Recycling. Das Unternehmen entsorgt Papier und Pappe sowie weitere Wertstoffe und übernimmt deren Verwertung.
Aufgrund des Unternehmenswachstums bestand Bedarf an zusätzlichen Flächen. Die Lösung lag darin, den Standort weiterzuentwickeln und das vorhandene Betriebsgelände effizient zu nutzen. Als Generalplaner und Bauausführender konzipierte Vollack eine Arbeitswelt, die funktionale, wirtschaftliche und gestalterische Anforderungen miteinander verbindet.
Die Halle aus den 1960er-Jahren wurde revitalisiert und für eine neue Nutzung als Büroarbeitswelt weiterentwickelt. Unter dem Leitgedanken „Erhalten, was erhalten werden kann“ blieben das Stahltragwerk, die hölzernen Dachpfetten, die massiven Kalksandsteinwände und das Fundament der Halle erhalten. Vor die vorhandene Stahlkonstruktion zur Hofseite sowie die Massivbauwände an Giebel und Gebäuderückseite wurde eine Holzständerfassade gesetzt. Als Dämmstoff kam Zellulose aus Altpapier zum Einsatz, einem Material mit Bezug zum Kerngeschäft von Berlin Recycling.
Ergänzt wird das Gebäude durch moderne Energietechnik, darunter eine Photovoltaikanlage und eine Erdwärmepumpe. Durch den Erhalt wesentlicher Gebäudeteile wurden im Projekt gegenüber einem vollständigen Neubau rund 100 Tonnen CO2 weniger berechnet. Während der gesamten Bauzeit lief der Geschäftsbetrieb von Berlin Recycling ohne Einschränkungen weiter.
Gebäudesanierung bei Reifenhäuser
Auch die Hauptverwaltung der Reifenhäuser Gruppe in Troisdorf wurde nicht neu erbaut, sondern unter dem Motto „Werte bewahren – Zukunft entwickeln“ revitalisiert. Auf rund 9.000 Quadratmeter erweitert und mit moderner Gebäudetechnik ausgestattet, prägt sie heute das Erscheinungsbild des Standorts und begleitet die angrenzende Produktion.
Im Rahmen der Gebäudesanierung erneuerte Vollack die Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk und schuf Raum für die 18 Meter hohe Halle der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Dort befinden sich Krananlagen, die Lasten von bis zu 32 Tonnen bewegen können.
Die Revitalisierung ermöglichte es, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und an die Anforderungen des Unternehmens anzupassen.
Fazit: Mit einer Gebäudesanierung Weitblick beweisen
Eine Gebäudesanierung oder umfassende Revitalisierung kann eine interessante Option für Unternehmen sein, die ihre Immobilien weiterentwickeln und langfristig nutzbar halten möchten. Dabei unterstützt Vollack seine Kundinnen und Kunden von der Analyse über die Planung bis zur Umsetzung.
Gerade beim Bauen im Bestand sind individuelle Lösungen gefragt. Die Weiterentwicklung bestehender Gebäude eröffnet die Möglichkeit, vorhandene Strukturen mit neuen Anforderungen zu verbinden und Standorte langfristig zu stärken. Wer Bestandsgebäude frühzeitig weiterentwickelt, schafft gute Voraussetzungen für die zukünftige Nutzung seiner Immobilien.
Ansprechpartner
Carsten KipperPartner + Geschäftsführer
Vollack KarlsruheFon +49 721 4768262
ckipper@vollack.deKontaktieren Sie Carsten Kipper auf LinkedIn
Heiko HensingPartner
Vollack Düsseldorf / RatingenFon +49 2102 5979404
hhensing@vollack.deKontaktieren Sie Heiko Hensing auf LinkedIn
Carsten OschietzkyPartner
Vollack Berlin / BrandenburgFon +49 30 232574811
coschietzky@vollack.deKontaktieren Sie Carsten Oschietzky auf LinkedIn
Das könnte Sie auch interessieren

Zirkuläres Bauen: Leuchtturmprojekt „Mall of BR“ als Praxisbeispiel
Die „Mall of BR“ ist ein Leuchtturmprojekt für zirkuläres Bauen. Wie Vollack eine ehemalige Fahrzeughalle zu einer modernen Büroarbeitswelt revitalisierte, lesen Sie im Vollack Blog.



